Osteopathie

 

Der Begriff Osteopathie wurde vom Begründer dieser Behandlungsmethode Andrew Taylor Still geprägt (Ostheon=Knochen, Pathos=Leiden).

Der tiefere Sinn hinter dieser befremdlichen Bezeichnung, war wohl die Erkenntniss, daß alle Vorgänge im Körper untrennbar miteinander verbunden sind und Fehlstellungen an Gelenken über Muskelketten die Stellung von Wirbeln beeinflussen. Deren Fehlstellung kann die nervale Versorgung und Funktion innerer Organe beeinträchtigen (die Ketten sind auch umkehrbar! Organ-Wirbelsäule-Muskelkette-Gelenk).

Auch die psychische Komponente stellt einen nicht zu unterschätzenden Faktor in diesem komplexen System dar;

- Stress führt zu Anspannung und Verspannung;

- Schmerz durch Verspannung führt zu Stress!

Der Tierarzt Dominique Giniaux und der Physiotherapeut und Humanosteopath Pascal Evrard übertrugen in den 1990er Jahren die Erkenntnisse der Humanosteopathie auf die Behandlung am Pferd.

 

Befundungs-und Behandlungsablauf:

Für eine Erstbefundung  und Behandlung muss ein Zeitaufwand von ca.  2 Stunden kalkuliert werden.

Nach diesem Ablauf

  • Anamnese (Herkunft, Haltung, Einsatz, Krankheiten ect.)
  • Adspektion (Exteriur und äußerlich erkennbare Besonderheiten)
  • Bewgungsanalyse
  • Palpation (Abtasten des gesamten Pferdes unter Berücksichtigung des Muskelstatus, evtl.Knochenzubildungen, Narben ect.)
  • Stresspunktabfrage
  • Testung aller Gelenke und Wirbel in den ihnen möglichen Bewegungsrichtungen, um evtl. Blockaden aufzudecken
  • Behandlung der aufgefundenen Verspannungen und Bewegungseinschränkungen durch manuelle Techniken (Massagen, Dehnungen, Mobilisierungen, Faszientechniken ect.)
  • Erstellung eines Behandlungs- und Trainingsplanes für den Besitzer.

wird ein Protokoll erstellt, um spätere Veränderungen einordnen zu können.

Das Pferd sollte dafür trocken und von grobem Schmutz befreit sein.

- Im Einzelfall kann eine zusätzliche Akupunkturbehandlung,  

  Stabilisierung durch Taping oder eine Egelbehandlung sinnvoll sein.

- Um einen Behandlungserfolg mittel- und langfristig sicherzustellen, 

   müssen die Ursachen abgestellt werden.

   Ein unpassender Sattel, oder Huffehlstellungen werden das

   osteopatische Problem immer wieder, mehr oder weniger schnell

   herbeiführen.

   Längst abgeheilte Verletzungen können zu falschen Bewegungs-

   mustern geführt haben, die durch entsprechende Gymnastik-

   programme korrigiert werden müssen.

- Daher strebe ich die Zusammenarbeit aller mit der Betreuung des

   Pferdes befassten Personen an, um einen nachhaltigen

   Behandlungserfolg zu gewährleisten.

 

 

Indikationen für eine osteopathische Behandlung:

  • Sehnen-und Bänderverletzungen
  • Muskelverspannungen und Rückbildungen (unsymetrische Bemuskelung)
  • unnatürliche Kopf-/Halshaltung, Zungenspiel, Kopfschlagen
  • unnatürliche Schweifhaltung
  • Sattel-oder Gurtzwang
  • Rückenschmerzen (z.B.beim Putzen)
  • Probleme in Längsbiegung, beim Rückwärtsrichten oder bei Seitengängen
  • Probleme beim Angaloppieren (Kreuzgalopp, Außengalopp, Kopfhochreißen, Buckeln ect.)
  • Taktunreinheiten in den Grundgangarten
  • Reha nach Krankheit, OP oder Verletzung

 

 

Meine 2jährige Ausbildung mit 2tägiger Abschlussprüfung in Theorie und Praxis erfolgte über die Fachschule für osteopathische Pferdetherapie Barbara Welter-Böller.